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Die SPD-Fraktion hat der vorgeschlagenen Erhöhung der Kita-Gebühren nicht zugestimmt

17.11.2025 | SPD Fraktion Überlingen

Unsere Entscheidung beruht auf folgenden Überlegungen:

  1. Wir möchten ein wichtiges Zeichen an junge Familien und junge Leute senden.
    Gerade in Zeiten multipler Krisen müssen wir Familien entlasten und nicht zusätzlich belasten. Die Betreuung und Bildung unserer Kinder darf kein Luxus sein.
    Frühkindliche Bildung ist keine freiwillige Leistung – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
    Wer junge Menschen ermutigen will, eine Familie zu gründen und hier zu bleiben oder hierher zu ziehen, muss verlässliche und bezahlbare Strukturen schaffen.

  2. In Überlingen sind die Lebenshaltungskosten insbesondere für Wohnen bereits überdurchschnittlich hoch. Familien stehen dadurch ohnehin unter erheblichen finanziellen Druck. Eine weitere Belastung durch steigende Kita-Gebühren halten wir deshalb für sozial unverträglich.

  3. Der Bodenseekreis hat deutschlandweit mit 38,6 % die zweitgrößte Lohnlücke zwischen Männern und Frauen (die Zahlen beziehen sich auf die Bruttogehälter von sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten) (SWR vom 15.03.2025). Das liegt zum größten Teil an der Wirtschaftsstruktur in unserer Region. Die Kinderbetreuungskosten spielen allerdings auch eine Rolle, wenn es sich finanziell nicht rechnet, die Kinder in die Kita bzw. in die Ganztagesbetreuung zu geben. Wir können es uns nicht leisten, dass junge Eltern – und meistens sind es Frauen – wegen steigender Gebühren aus dem Beruf gedrängt werden.

    Natürlich betonen wir auch, dass Überlingen ein starkes Engagement mit hohen Investitionen in die Sanierung und den Neubau von Kitas gesetzt hat. Das ist einfach mega und motiviert auch das dringend benötige Personal. Als sehr erfreulich bewerten wir auch die jetzt gute Kommunikation mit dem Elternbeirat. Trotzdem muss es bezahlbar bleiben.

  4. In diesem Zusammenhang unterstützt und empfiehlt die SPD-Fraktion ausdrücklich die Petition der Elterninitiative Baden-Baden an den Landtag von Baden-Württemberg, die sich für eine Neuregelung der Finanzierung der Kindertagesbetreuung zwischen Land und Kommune einsetzt.

Denn in Baden-Württemberg entscheidet der Wohnort darüber, ob Eltern sich die Kita überhaupt leisten können.

Es sollte eine Reform des gesamten Förder-/Beitrags -Systems für Kinderbetreuung geben – auch im Hinblick auf die steuerliche Unterstützung.  Derzeit profitieren Eltern mit einem höheren Einkommen über höhere Steuersätze.

Die SPD-Fraktion steht für eine solidarische Politik, die Familien stärkt und Chancengleichheit sichert.

Eine Erhöhung der Kita-Gebühren ist das falsche Signal – sowohl an die Eltern als auch an die junge Generation, die unsere Zukunft trägt.

Deshalb lehnen wir die Erhöhung der Kita-Gebühren ab.